War es eine bewusste Entscheidung, sich nicht dem Trend von großen Sägewerken zu unterwerfen? Was bringt das für Vorteile?

Wir sind als Unternehmen langsam gewachsen. So wie das Holz mit dem wir arbeiten. Der Holzindustrie geht es wie vielen anderen – Firmen kaufen andere auf und so entstehen Konzerne. Wir fragen uns natürlich: Wie groß muss ein Unternehmen in dieser Branche sein, damit es Sinn macht. Wir sind schlank strukturiert und wollen unseren Kunden qualitativ das hochwertigste Produkt bieten: Einen guten Rohstoff aus der Region.

Was ist das Schöne daran, mit Holz zu bauen?

Holz ist ein erdbebensicherer Baustoff, vor allem in Gebieten, die diesbezüglich gefährdet sind, empfiehlt sich mit Holz zu bauen. Darum haben wir viele italienische Kunden. Früher war es nur der Dachstuhl, heute sind es bereits vielgeschössige Häuser, die mit Holz gebaut werden. Daran hat vor 40 Jahren noch keiner gedacht, aber Leimbinder und Brettsperrholz haben den Durchbruch gebracht.

Was ist an Holz nachhaltig? Wie kann man dem Bild, dass „Wälder abgeholzt werden“ entgegenwirken?

In Österreich gibt es ein strenges Forstgesetz, das ist nicht mit dem brasilianischen Regenwald vergleichbar. Wir arbeiten seit es die Firma Pabst gibt mit den gleichen Lieferanten zusammen. Sie sind mittlerweile unsere Partner und wir betrachten diese gute Zusammenarbeit keinesfalls als selbstverständlich, sondern als etwas Besonderes.

Wie würde Sie die Evolution des Unternehmens beschreiben?

Dass wir uns laufend mit Dingen beschäftigen und auf Trends reagieren. So haben wir vor 20 Jahren mit Pellets angefangen und nun eben ein neues Produkt – Pabst CLT – gelauncht. Wir haben keine große Produktpalette, dafür sind wir Spezialisten in allem, was wir tun.

Vor ein paar Jahren hat die 70 Jahr Feier mit vielen Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern stattgefunden – was hat das für Sie persönlich bedeutet?

Dass das alles hier nicht selbstverständlich ist. Unsere Vorfahren haben den Grundstein gelegt und waren mit vollem Engagement dabei. Außerdem sind wir auch unseren Mitarbeitern gegenüber sehr dankbar, denn nur mit einem aktiven Team kann man eine so erfolgreiche Firma führen. Sie sind es, die unsere langjährigen Partnerschaften Tag für Tag leben – darum arbeiten wir alle auf Augenhöhe miteinander. Da war es umso schöner, als wir dann alle zusammengekommen sind und einmal außerhalb des Arbeitskontextes miteinander gefeiert haben, auf einer emotional ganz anderen Ebene und in Feststimmung.

Bitte beschreiben Sie Ihre Stammkunden!

Wir haben diverse Produkte. Natürlich finden Pabst CLT oder unsere Leimbilder andere Abnehmer wie Alpenspan oder Pellets. Großteils sind es natürlich klassische Zimmererbetriebe. Viele davon kommen aus Italien. Holz als formstabiler Baustoff wird immer mehr gefragt, nicht nur für den Dachstuhl, sondern auch als Konstuktion für Gebäude.

Pabst Holz wurde 1940 gegründet, heute schreiben wir 2018 – was hat sich im Wesentlichen geändert, was ist gleich geblieben?

Der Rohstoff, das Holz, ist gleichgeblieben. Am Produkt hat sich nichts geändert. Lediglich, was man damit macht beziehungsweise, wo es seinen Einsatz findet. Holz ist ein CO2 neutraler, bei uns heimisch wachsender Rohstoff. Es ist Natur pur. Aber natürlich haben wir uns technisch unheimlich weiterentwickelt. Früher wurde ja alles noch per Hand gemacht. Das ist heute undenkbar. Damals war ein Brett auch ein Brett, heute sind die Produkte komplexer, dafür braucht man eben auch das nötige Know-how.

Was bedeutet für Sie Heimat?

Wir sind schon sehr heimatverbunden, darum haben und hatten wir immer große Hemmungen, mit unserer Produktion nach Osteuropa zu gehen. Aber: Uns wird hier auch nicht langweilig. Wir hätten die Möglichkeit gehabt ins Ausland zu gehen, aber wir haben uns für Zeltweg entschieden. Was unser Glück ist, ist, dass sich das Murtal dynamisch entwickelt. Wegen dem Ring und dem Tourismus geht auch in der Infrastuktur was weiter. Und natürlich sind hier unsere Familie und die schöne Natur mit dem Zirbitzkogel. Wir sind gerne in den Bergen unterwegs, jagen und fischen.

Was sind Ihre ersten Erinnerungen an das Sägewerk?

Ich kann mich gut daran erinnern, wie wir als Kinder gemeinsam mit den Arbeitern vor der Sägehalle in Obdach gejausnet haben. Der Speck war so gut! Wir sind ja praktisch alle mitten drin aufgewachsen, das Sägewerk war unser Spielplatz. Das darf man heute gar nicht mehr laut sagen, eigentlich.